Mittwoch, 14. November 2012

Polarlichter in Island

Aufgrund starker Sonnenaktivitäten seien Polarlichter im Winter 2011/2012 besonders stark zu sehen, so hieß es in vielen Presseberichten und im Internet. Aus diesem Grund buchte ich nach meiner Grönlandreise im Sommer 2011 einen Flug nach Island und reiste Ende Februar 2012 auf die Vulkaninsel. Im Südland hatte ich bereits einige Jahre zuvor vom Ferienhaus aus die Himmelsspektakel beobachten können. Da das Wetter aber im Nordosten Islands beständiger ist, zog ich in diesem Winter lieber die Region rund um Akureyri und Myvatn als Ausgangspunkt für meine Jagt nach den bunten Lichtern vor.

In Akureyri angekommen bezog ich das Hotel KEA direkt im Zentrum und mietete einen Geländewagen, um immer mobil zu sein. Mein erster Ausflug führte mich an den Myvatn. Der Schnee lag noch hoch und der See war gänzlich mit dickem Eis bedeckt. Dieses hatte war so mächtig, dass sogar größere Fahrzeuge quer über den See fahren konnten. Auf dieses Abenteuer ließ ich mich jedoch nicht ein und besuchte zunächst auf den üblichen Touristenpfaden die wichtigen Sehenswürdigkeiten rund um Islands viertgrößten Binnensee, darunter auch das große Solfatarenfeld auf der Ostseite des Námafjall. Zum Abschluss des ersten Tages entschied ich mich noch für eine kurze Fahrt zum Explosionskrater Viti, ein Nebenkrater des Zentralvulkans Krafla. Je höhe die Straße führte, desto tiefer wurde der Schnee. Und noch tiefer, und noch tiefer. Plötzlich reichte offenbar auch die Kraft des Geländewagens nicht mehr aus und das Fahrzeug grub sich im Schnee fest. Ein Herauskommen war nicht mehr möglich - erst recht nicht, wenn keine Schaufel an Bord ist. Zum Glück kamen noch andere Touristen, die zusammen mit ihrem Guide versuchten, den Wagen aus dem Schnee zu ziehen. Doch vergeblich - auch der zweite Wagen steckte schließlich fest. Nur mithilfe einer Schaufel und einem Superjeep, der inzwischen auch eingetroffen war, konnten wir beide Fahrzeuge aus dem Tiefschnee befreien.


Nach diesem ersten Abenteuer wurde ich am nächsten Tag von einem Guide des Veranstalters Saga Travel abgeholt. Von ihm wollte ich mir die Hohle Lofthellir östlich des Myvatn zeigen lassen. Bereits einige Jahre zuvor hatte ich einen Ausflug dorthin gebucht, der aber leider abgesagt werden musste. Für die Begehung der Höhle muss man etwas gelenkig und trittsicher sein. Teilweise muss auf dem Bauch durch enge Gänge gekrochen werden. Da der Boden mit einer Wasserschicht zugefroren ist, kann man sich nur mit kleinen Spikes an den Schuhen fortbewegen. Im Inneren von Lofthellir lassen sich zahlreiche Eiszapfen unterschiedlicher Größe bestaunen, die wie Tropfsteine als Stalaktiten von der Decke herabhängen, aber auch als Stalagmiten vom Boden nach oben wachsen.

Polarlichter in Nordisland

An den folgenden Tagen unternahm ich mehrere Ausflüge in die Myvatn Region sowie entlang des Eyjafjörður, dem Fjord an dem Akureyri liegt. An den Abenden ging es fast täglich auf Polarlichtjagd - mit Erfolg wie sich schnell herausstellte. Einige Bilder von Polarlichtern sind ab sofort auch online auf dem Islandportal www.eldey.de zu sehen.

Nach einer Woche in Nordisland trat ich die Rückreise an. Jedoch verbrachte ich vor dem Rückflug nach Deutschland noch zwei Tage in Reykjavik. da ich Island zwar schon viele Male bereist habe, aber noch nie eine Reittour auf den bekannten Islandpferden unternommen habe, buchte ich einen kleinen Ausritt für Anfänger auf einem Pferdehof bei Hafnafjörður. Das erste Mal auf einem Pferd - auch dies war für mich nochmal ein kleines Abenteuer... das Pferd hat mich aber geduldig getragen und ertragen.

Auch im Winter 2012/2013 sollen Polarlichter nochmals besonders intensiv sein. Daher habe ich bereits geplant, auch diesen Winter wieder nach Island zu reisen.

Fotos von Polarlichtern: https://www.eldey.de/Galerie/Polarlichter/polarlichter.html

Bevor ich aber erneut von meiner nächsten Islandreise berichte, stelle ich in meinem nächsten Blogpost erst noch einige Ausflüge in Dänemark, die ich während meines Sommerurlaubs unternommen habe.